Netzwerk Forst und Holz Unterfranken e.V.

 

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13. Juli 2012

Regionaler Waldbesitzertag Miltenberg

Pressemitteilung vom Netzwerk zum Regionalen Waldbesitzertag Miltenberg am 8. Juli 2012

Die Waldprinzessin zu Besuch in Unterfranken

Unterfranken ist mit 41% Waldanteil einer der waldreichsten Regierungsbezirke Bayerns und mit einem Laubholzanteil von 55% der einzige Regierungsbezirk Bayerns mit mehr Laub- als Nadelholz. Neben dem Staat und den Gebietskörperschaften gibt es in Unterfranken ca. 90.000 private Waldeigentümer. Zusammen besitzen diese 28% der unterfränkischen Waldfläche, das sind rund 95.000 Hektar. Im Vergleich zum gesamten Bundesland Bayern ist der Anteil von Wald in Privatbesitz eher gering, dafür sind die Grundstücke mit einem Mittel von nur 0,4 Hektar (Bayern 1,5 Hektar) extrem klein.

Diese Zersplitterung im Kleinprivatwald hat zur Folge, dass große Gebiete nicht nachhaltig genutzt werden können. Sie sind nicht oder schlecht mit Wegen erschlossen, die Grenzen der einzelnen Waldgrundstücke sind häufig unklar oder es liegen schwierige Rechtsverhältnisse (Stichwort Erbengemeinschaften) vor. Auch die Zahl der ortsfernen „urbanen" Waldbesitzer, deren persönliche Bindung zum Wald nicht mehr so groß ist, nimmt zu.

Die regionalen Waldbesitzertage bieten eine Plattform, diese Strukturmängel und die Folgen mit den Waldeigentümern zu thematisieren. Zur Veranstaltung in Miltenberg wurden rund 13.000 Waldbesitzer eingeladen. Zahlreiche Fachvorträge und Diskussionsrunden boten die Möglichkeit, sich über Lösungsansätze wie Flächentausch, Flächenzusammenlegungen, eine bedarfsgerechte Erschließung und Zusammenschlüsse zu informieren und auszutauschen.

Und auch sonst war am Sonntag auf dem Lindeplatz am Mainufer in Miltenberg viel geboten: Waldbesitzer und Interessierte konnten sich bei Forstausrüstern, Forstunternehmen, einer Forstbaumschule sowie vielen weiteren Partnern aus den Bereichen Holzenergie, Naturschutz und Jagd umfassend informieren. Darüber hinaus garantierte buntes Programm und spannende Spiele Abwechslung und Spaß für die ganze Familie.

Auf einer solchen Veranstaltung durfte das Netzwerk Forst und Holz Unterfranken natürlich nicht fehlen. Gemeinsam mit „pro Holz Bayern" informierte das Netzwerk über die vielfältigen Möglichkeiten des Einsatzes von Holzprodukten. Neben der Information stand das Erleben von Holz im Vordergrund. Im begehbaren Holzwürfel von „pro Holz Bayern" gönnten sich viele Besucher eine kleine Auszeit vom Trubel der Veranstaltung. Sie ließen sich verzaubern von einer Multivisionsshow, in der Holz, Holzbauten und Holzerzeugnisse in stimmungsvollen Bildern präsentiert wurden. Diese Chance nutzte auch die amtierende Waldprinzessin Eva Ritter während ihres Rundganges. Anschließend
versuchte sie sich am Stand an einem Holzfurnier-Quiz. Erwartungsgemäß gelang es ihr problemlos, alle Furniere den richtigen Baumarten

Die Reaktionen der Waldbesitzer aber auch von Schreinern und Zimmerleuten am Stand waren durchweg positiv. Denn eine verstärkte Werbung für Holz als Werkstoff, Baustoff und Energieträger ist nicht nur klimapolitisch sinnvoll. Es stärkt auch den Wirtschaftsstandort Bayern. Dies gilt insbesondere auch in Unterfranken, wo mehr als 20.000 Arbeitsplätze direkt und indirekt mit Holz in Verbindung stehen. Genau hier ist das Netzwerk Forst und Holz Unterfranken aktiv, indem es für alle Holz-Akteure der Region als Plattform für Wissensaustausch, Innovationen und Kooperationen aktiv ist.

 von links: Christoph Groetsch, Waldprinzessin Eva Ritter und Marianne Krohnen (Bürgermeisterin Geiselbach)